Newsflash

Rechtschreibung

Die Rechtschreibung nach Duden weicht in der Schweiz teilweise von den Regeln in Deutschland und Österreich ab. Sie finden deshalb viele Lehrmittel zusätzlich als überarbeitete Versionen. Sie sind mit D/A bezeichnet.  

Goldammer 1 Titelbild

Wer zum ersten Mal ein leuchtend gelbes Goldammermännchen erblickt, könnte meinen, es handle sich um einen entwichenen Käfigvogel.

Das Goldammermännchen trägt während der Brutzeit ein wunderschönes, gelbes Prachtkleid. Der gelbe Kopf weist nur wenige bräunliche Streifen auf. Je älter die Männchen sind, desto intensiver gelb ist der Kopf. Die Unterseite des Vogels ist satt gelb mit leicht rötlich-brauner Brust, die Oberseite braun mit dunklen Längsstreifen. Der Schwanz ist leicht gekerbt und hat einen weissen Aussenrand.

Goldammer 2 Unterseite

Die Goldammer gehört zu den schönsten einheimischen Singvögeln. Der zweite Teil ihres wissenschaftlichen Namens – citrinella – ist die weibliche Wortform von citrinellus = zitronengelb.

Goldammer 3 Merkmal

Auffällig und ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal im Vergleich zu andern Ammern ist der rostbraune Bürzel. Das Goldammerweibchen ist matter gefärbt, der Kopf schmutzig-gelb. Allerdings sehen sich Männchen und Weibchen im Schlichtkleid sehr ähnlich.

Man findet Goldammern in fast ganz Europa, doch fehlt die Art auf den meisten Inseln des Mittelmeers und Nordeuropas (z.B. Island). Die Goldammer ist damit die verbreitetste und häufigste Ammer in Europa. Sie verbringt auch den Winter bei uns. Nur die Brutgebiete nördlich des Polarkreises und in Nordsibirien werden im Winter vollständig verlassen.

In dieser Jahreszeit bilden Goldammern oft Winterschwärme von 20 bis 50 Individuen, gelegentlich bilden sich Verbände von 100 bis 400 Vögeln, ausnahmsweise sogar über 1000. Dann sind sie auch oft vergesellschaftet mit anderen Körnerfressern wie Sperlingen, Grün- und Buchfinken und suchen gemeinsam auf abgeernteten Getreidefeldern nach Nahrung. Knospen und Keimlinge ergänzen den Speisezettel. Im Winter kommen Goldammern wie andere Finkenvögel gerne an Futterstellen. Der kräftige Schnabel ist optimal geeignet, um Samen zu enthülsen.

Goldammer Linn R7266

Während der Brutzeit sind Goldammern sehr territorial. Das Männchen trägt seinen Gesang auf einer erhöhten Warte wie einer Busch- oder Baumspitze oder einem Pfahl vor. Frühestens ab Februar beginnt das Männchen zu singen, seine leicht melancholische Melodie kann man selbst noch bei grosser Mittagshitze in den Sommermonaten hören. Der Volksmund umschreibt den Gesang mit den Worten „wie wie wie wie wie hab ich dich liiieeb“.

Goldammern sind typische Heckenvögel und leben in offenen und halboffenen abwechslungsreichen Landschaften mit Büschen, Hecken, Feldgehölzen, Obstgärten, Rebbergen, aber auch am Rand von Kiesgruben und Steinbrüchen.

Nahrung suchen sie entlang von Äckern und Gräben sowie auf unbefestigten Wegen und Brachflächen.

Goldammer 4 Nahrung

In der Schweiz besiedelt die Goldammer nicht nur das Mittelland, sondern auch die Alpen bis auf eine Höhe von 1500 bis 1800 m. Der höchste Schweizer Brutnachweis gelang auf 1870 m!

Die Fortpflanzungszeit in Mitteleuropa beginnt frühestens Mitte April und endet spätestens Anfang August. Meistens finden zwei Jahresbruten statt, bei frühem Beginn der Erstbrut sogar drei. Die Goldammer nistet in Bodenmulden oder im Altgras, oft unter Sträuchern, in Böschungen und am Fuss von Bäumen versteckt, manchmal aber auch auf Zweigen von Sträuchern. Ihr Nest besteht aus trockenen Grashalmen und gelegentlich aus Farnstückchen, Blättern, Rindenspänen oder Moos und wird mit Tierhaaren ausgekleidet.

Das Weibchen legt drei bis fünf Eier im Abstand von einem Tag und übernimmt auch das Brutgeschäft, das Männchen bringt ihm gelegentlich Futter ans Nest. Nach 11 bis 14 Tagen schlüpfen die Jungvögel und werden vom Weibchen gehudert. Das Männchen trägt Futter herbei. Die Jungvögel werden mit Insekten und reifen, noch weichen Getreidekörnern aufgezogen.

Goldammer 5 Zaunammer

Eine Verwandte der Goldammer ist die Zaunammer, ein sehr wärmeliebender Vogel, der bei uns gerne Rebberge besiedelt. Es ist schwierig, die Weibchen von Gold- und Zaunammer zu unterscheiden, dies gelingt praktisch nur, wenn man die Bürzelfarbe erkennt. Bei der Goldammer ist sie rostbraun, bei der Zaunammer olivgrau. Merkmale wie die Bürzelfarbe spielen deshalb bei der Vogelbestimmung eine wichtige Rolle.

Die Goldammer war einst ein allgegenwärtiger Vogel in unserem Kulturland. Noch gehört sie zu den nicht gefährdeten Arten und es ist mehr als wünschenswert, dass dies auch in Zukunft so bleibt und uns der schöne Gesang der Goldammer weiterhin erfreut.

Goldammer 6 Weibchen mit Heuschrecke

Leider geht der Bestand der Goldammer europaweit zurück aufgrund der Intensivierung der Landwirtschaft. Negative Auswirkungen hat auch der Einsatz von Pestiziden. Zu frühe und häufige Mäharbeiten auf Wiesen und an Grabenböschungen verunmöglichen es ausserdem vielen Kulturlandvögeln, ihre Brut in der zu kurzen Zeit aufzuziehen. Ein Umdenken in der Landwirtschaft ist deshalb dringend nötig.

Goldammer T

 

Die ausführliche Dokumentation zum heutigen Vogel des Monats für den Unterricht können Sie hier kostenlos herunterladen: Goldammer .

Ich danke Edith und Beni Herzog herzlich für die interessanten Informationen und die wunderbaren Fotos. Auf ihrer Webseite benifotos.ch sind die Bilder grösser und noch prächtiger zu sehen.


Zielgruppe: 3. - 6. Klasse
Bezug Lehrplan 21: NMG 2.1 NMG 2.3 NMG 2.4 NMG.2.6

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  • Maler und ihre Bilder: Vincent van Gogh


    Maler VanGogh 2019 T Maler VanGogh 2019 1 Maler VanGogh 2019 2

    Vincent van Gogh wurde am 30. März 1853 in den Niederlanden geboren. Er gilt als einer der Begründer der modernen Malerei.

    Nachdem er verschiedene Berufe wie Lehrer, Buchhändler, Pfarrer, Kunsthändler ausgeübt hatte, machte 1880 sein Bruder Theo den Vorschlag, Vincent solle als Maler arbeiten und er bot ihm an, für seinen Lebensunterhalt aufzukommen.

     Vincent liebte es, in seinen Bildern mit dem Licht zu spielen und er malte mit kurzen Pinselstrichen und in dunklen Farbtönen.

    1885 entdeckte er in Belgien einen japanischen Malstil, der seine Kunst beeinflusste.

    1886 traf er in Paris andere Maler wie Paul Gauguin und Henri de Toulouse-Lautrec. Er lernte den damals aktuellen Kunststil, den Impressionismus kennen. Jetzt malte er mit helleren Farben und begann mit verschiedenen Maltechniken zu experimentieren. Sein Hauptwerk wird dem Spätimpressionismus zugeordnet.

    1888 verliess Vincent die Hauptstadt und zog nach Südfrankreich, nach Arles. Hier war er eine Zeitlang glücklich, doch bekam er später gesundheitliche Probleme, hatte Wahnvorstellungen und Depressionen, in deren Verlauf er sich nach einem Streit mit Gauguin einen Teil seines Ohres abgeschnitten haben soll.

    1889 wurde er in eine Nervenheilanstalt eingeliefert, wo er weiterhin malte, unter anderem seine später berühmt gewordene Sternennacht.

    VanGogh-starry night

    1890 schoss er sich im Alter von nur 37 Jahren eine Kugel in die Brust und starb zwei Tage darauf im Beisein seines Bruders.

    Download: Karteikarten Vincent van Gogh

    Zielgruppe: 3.-5. Klasse
    Bezug Lehrplan21: BG.3.A.1
    Bilder: Wikimedia Commons, Lizenz, US-Lizenz

  • Knacknuss 457


    Knack457

    Antworten bitte im Perlen-Kommentar. Für die erste richtige Lösung gibt es 10 Nüsse und für 100 Nüsse einen Preis zu gewinnen. Pro Person ist nur eine Antwort erlaubt. Viel Glück!

  • Grundrechte für Lehrpersonen


    Grundrechte Lehrpersonen

    Hier zum Herunterladen als PDF: Grundrechte für Lehrpersonen
    Quelle: We are Teachers

  • Quizwelt


    Quizwelt 2

    Die Webseite von quizwelt.ch lädt zum Raten ein: Über 5000 Quizfragen in verschiedenen Quiz-Kategorien stehen bereit. Ein Quiz kann gespielt werden, wer es vorzieht die Fragen in einem ersten Durchgang zu lernen, bevor er ins Quiz einsteigt, findet die Fragen in den einzelnen Kategorien.

    Bild: Beispiel aus der Kategorie Musik

  • Dramakreise: Max und Moritz


    Max Moritz Dramakreis 1

    Der Dramakreis ist ein ähnliches Spiel wie „Ich habe - wer hat“, es erfordert jedoch nicht nur gute Beobachtung und genaues Zuhören, sondern auch „dramatisches Geschick“. Es besteht aus + / - 30 aufeinander folgenden Karten mit verschiedenen Anweisungen und eignet sich für die 4.-6. Klasse. Gespielt wird in einem grossen Sitz- oder Stehkreis. Ein Schüler spricht theatralisch seine Rolle, während die anderen gut zuhören und darauf achten, ob ihre Karte die Folgeaufgabe enthält.

    Es gibt wohl kaum ein Werk, das sich für dieses dramatische Lesespiel so gut eignet, wie die sieben Streiche von Max und Moritz. Der Originaltext von Wilhelm Busch wird in jeweils wenige Zeilen aufgeteilt, die von den Schülern mit Hilfe der Anleitungen theatralisch vorgelesen werden.

    Das erste Heft enthält die Streiche 1 und 2 auf 38 Karten. Wer weiterspielen möchte, nimmt das zweite Heft mit dem Streichen 3 und 4 auf 30 Karten. Im dritten Heft folgen die restlichen Streiche 5 bis 7 auf 30 Karten.

    Max Moritz Dramakreis 2

    Bezug Lehrplan 21:
    Überfachliche Kompetenzen
    Soziale Kompetenzen: Dialog- und Kooperationsfähigkeit: Sich mit Menschen austauschen, zusammenarbeiten.
    Methodische Kompetenzen: Sprachfähigkeit: Ein breites Repertoire sprachlicher Ausdrucksformen entwickeln.

    Download:  Max und Moritz Dramakreise

  • Erste Eisenbahnfahrt am 27. September 1825


    Eisenbahn 2019 T Eisenbahn 2019 1 Eisenbahn 2019 2

    Es sind noch keine 200 Jahre her seit der ersten Eisenbahnfahrt mit Gütern und Passagieren in England.
    In Deutschland wurde erst 1835 die erste Eisenbahnstrecke von Nürnberg nach Fürth eröffnet, in Österreich fuhr 1936 der erste Zug. Warum nannte man in der Schweiz die erste Eisenbahn auf der Strecke zwischen Zürich und Baden (1847) die "Spanischbrötlibahn"?

    Der Lesetext enthält Fakten zum Beginn des Eisenbahnzeitalters und zeigt die schnelle Entwicklung am Anfang, aber auch die Ängste und Unsicherheiten vor diesen Ungetümen, die so viel Lärm und Schmutz verursachten.

    Zielgruppe: 3./4. Klasse
    Bezug Lehrplan 21: NMG.5.3   NMG.5.3c   NMG.5.3f   D.2.B.1
    Download: Erste Eisenbahnfahrt

  • Im Herbstwald


    Haeschen Herbst T Haeschen Herbst 1 Haeschen Herbst 6

    Eine Lese- und Lerngeschichte für die 2./3. Klasse zum Thema Herbst. Das Häschen hoppelt durch den Wald und entdeckt die herbstlichen Veränderungen. Es begegnet verschiedenen Tieren, besucht die Herbstversammlung der Waldtiere und geht dann stolz zur Schule, wo es weitere Waldtiere und Herbstfrüchte genauer kennenlernt.

    Zu den Tieren und Pflanzen gibt es viele einfache Lieder zum Nachsingen und die gelesenen Kapitel werden mit zusätzlichen, abwechslungsreichen Aufgaben vertieft.

    Bezug Lehrplan: D.2.A.1 D.2.B.1 NMG 2.1

    Das Heft aus der Lehrmittel Boutique habe ich neu gestaltet und jetzt auch hier bei den Perlen veröffentlicht.
    Download: Häschen im Herbstwald

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